Samstag, 4. März 2006


Heute schon die Zeitung gehört?

newsNachdem ab dem 6. März auch die Neue Zürcher Zeitung als Podcast erhältlich sein wird (Meldung auf Beobachtungen zur Medienkonvergenz), habe ich mich einmal kurz umgesehen, welche Zeitungen es sonst schon zum hören gibt.

Von der (ebenfalls Schweizer) Weltwoche gibt es schon seit Ende 2005 wichtige Artikel als Podcast, aufwändig mit mehreren Sprechern produziert von voiceletter.

Ähnliches bietet das Handelsblatt an. Auch hier findet man eine Auswahl der wichtigsten Artikel als Podcast zusammengestellt.

Das Audioangebot der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit umfasst ebenfalls ausgewählte Artikel im mp3-Format. Das Angebot ist allerdings nur noch für kurze Zeit kostenlos und wird dann Teil eines Premium-Pakets (7 Euro im Monat).

Die Nachrichten der WAZ können ebenfalls angehört werden, allerdings vorgelesen durch eine Computerstimme.

Dagegen wirkt der Podcast des Jugendteils der Süddeutschen Zeitung, was würde man anderes erwarten, sehr lebendig und wird zumeist von den (jungen) Redakteuren und Autoren eingesprochen.

Das alles wird aber in den Schatten gestellt von dem vorbildlichen Angebot der New York Times, die auf ihrer Podcast-Seite sage und schreibe 18 tägliche bzw. wöchentliche Podcasts zu unterschiedlichen Themen anbietet und das jeweils in allen möglichen Formaten (RSS, mp3, iTunes, myYahoo etc.).

So und jetzt wird losgehört.

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Von nutzergenerierten Inhalten zum Mashup-Unternehmen?

Das Medienkonvergenzblog berichtet von dem Londoner Forum for the Future der Online Publishers Association. Das Schlüsselthema der Konferenz waren nutzergenerierte Inhalte und wie die traditionellen Medienunternehmen mit dieser neuen Herausforderung umgehen sollen.

Die Frage ist dabei, ob die Unternehmen damit nicht zuviel Steuerungskompetenzen aus der Hand geben oder ob dieser Kontrollverlust durch die gestiegene Beteiligung und Bindung der Benutzer oder Kunden wieder ausgeglichen wird. Tom Glocer, Reuters-CEO kommt letztlich zu dem Ergebnis, dass die Rolle von Medienunternehmen im digitalen Zeitalter vor allem darin liegen können, neue Informationen und Beziehungen in die sozialen digitalen Netze einzuspeisen ("Seeder of clouds"), Werkzeuge für ihre Verbreitung und Nutzung bereitzustellen und als Editor oder Filter zu agieren. Jason Dean kommentiert in dem Blog des britischen Guardian diese neue Entwicklung wie folgt: "The media is no longer in control - digital consumers are, so deal with it. Give them what they want, when they want it: be it online news, blogs, podcasts, audio, video, whatever. Interact, react, be light on your feet. And help consumers to make their own stuff".

Im Sinne eines multisensorischen Ansatzes lässt sich diese Problematik aber nicht nur auf Texte (z.B. digg), Nachrichten (z.B. newsvine) oder Kommentare (z.B. MySpace.com, dort ist übrigens auch der erwähnte Tom Glocer zu finden) beziehen, sondern auch auf andere Bereiche wie Design, Klang oder Musik. Auch hier ermöglichen die neuen Internettechnologien (Stichwort: Web 2.0) einen sehr viel größeren Spielraum, die Bedürfnisse und Vorlieben der einzelnen Nutzer einzubeziehen.

Was bedeutet es also für die Unternehmen, wenn ihr Corporate Design, Corporate Audio oder Corporate Content ersetzt oder zumindest ergänzt werden (können) durch User Generated Design, User Generated Audio oder User Generated Content? Welchen Nutzen können Unternehmen daraus ziehen, ihr Design, ihre Musik oder ihre Kommunikationen der Bearbeitung durch die Nutzer zur Verfügung zu stellen? Entsteht hier im Cluetrain-Universum womöglich nach dem zuhörenden "Blog-Unternehmen" ein neuer Typus des "Mashup-Unternehmens", dessen Erscheinungsbild nicht mehr in den Ideenfabriken der Agenturen ensteht, sondern in den Weiten des Web 2.0 (einen Eindruck über die Breite gibt diese Linksammlung)? Oder in den Worten von vic, einem Kommentator des Weblogs von Guardian Unlimited: "But how does anyone make money out of any of this?"

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