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Samstag, 21. November 2009


Yamaha entwickelt Motorensound für den Lexus LFA

Dass in der Automobilindustrie Sound Design eine weitaus etabliertere Stellung im Produktdesign inne hat als in anderen Branchen, ist bekannt. So investiert Porsche laut Spiegelberichten bereits 5% der Entwicklungskosten in das Sound Design und auch andere Hersteller lassen die Geräusche, die man früher zu unterdrücken versuchte, oder die durch technische Innovationen inzwischen überflüssig wurden, bewußt designen. Wie auch Benedikt Köhler an dieser Stelle schon berichtete, werden Blinkerklicken und das Geräusch einer zuschlagenden Tür heuzutage selbstverständlich von Akustikern gestaltet.

Wenn sich allerdings zwei große asiatische Konzerne wie Toyota mit der Edelmarke Lexus und Yamaha, ihrerseite Spezialisten für Instrumenten- und Motorenklang zusammentun, um den Sound eines neuen Supersportwagens zu kreieren (Yamaha hat den Motor mitentwickelt), ist das durchaus einen zweiten Blick wert. Und das Ergebnis kann sich hören lassen (Klick auf Sound Preview).

Lexus ließ sich mit der Entwicklung des neuen Supersportlers, der in einer Liga mit Ferrari und Lamborghini spielen soll, 10 Jahre Zeit. Keine Eile für ein Fahrzeug, das mit einem V10 Motor in 3,7 Sekunden von 0 auf 100km/h beschleunigt und mit seinen 560 PS nur relativ leichte 1480kg bewegen muss.
Getestet im Labor und auf der Rennstrecke (unter anderem beim 24h Rennen auf dem Nürburgring) soll auch der Klang dieses Fahrzeugs auf Anhieb begeistern. Dies jedenfalls kann man vermuten, wenn man sich bewußt macht, wie deutlich der Sound des Wagens in der Kommunikation, etwa bei der Vorstellung auf der Tokyo Moto Show 2009 (Video) im Oktober hervorgehoben wurde. Auch das Imagevideo auf der Microsite des Lexus LFA weist dem Klang eine bestimmende Rolle zu, auch wenn dies für Supersportwagen keine Seltenheit ist. Schließt man die Augen, werden Assoziationen mit der Formel 1 Welt wach, sicher kein unbeabsichtigter Effekt.



Yamaha nennt als Herausforderung bei der Soundentwicklung vor allem die "Herstellung einer direkten Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug durch das Medium Sound". Dazu hat man sich zwei Ziele gesetzt:
  1. Einen Motorensound zu entwicklen, der selbst subtilste Kommandos des Fahrers beim Handling des Fahrzeugs widerspiegelt.

  2. Den hochklassigen Motorensound effizient an den Fahrer weiterzugeben.
Quelle Yamaha

Geräuschreduzierug war hier also nicht das entscheidende Ziel, sondern im Gegenteil die effiziente Übertragung des Sounds vom Motorenraum in die Fahrgastzelle.
Dazu setzt Yamaha auf mehrere (physische) Kanäle, durch die der Klang in den Innenraum des Fahrzugs gelangt. So erhält der Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes einen Surround Sound des Motors. Außerdem wurden ein Filtermodul eingesetzt, um das Frequenzspektrum und die Lautstärke des Sounds zu beeinflussen.

Yamaha Global: Figure 3: Configuration of sound conveyance device, Copyrights: Yamaha
Figure 3: Configuration of sound conveyance device, Copyrights: Yamaha

Es wurde kein elektronisches Sound Design genutzt. Alle Klänge stammen direkt vom Motor und wurden nur physikalisch manipuliert. So wurde zum Beispiel das Ausaugsystem des Motors so modifiziert, dass bei 3.000 U/min ein Klang entsteht, der einen Basisfrequenz von etwa 250Hz hat. Bei 6.000 U/min steigt diese Basisfrequenz auf etwa 500Hz und weiter, je höher die Umdrehungen des Motors steigen. Wie für asiatische Motoren typisch dreht die Maschine bis etwa 9.000 Hz mit einem sehr hellen, eher fauchenden Klang.

Im Vergleich zu vielen westeuropäischen oder amerikanischen Sportwagen, ist der Klang des Lexus eher hoch, Formel 1 ähnlich als der tiefere, rauhere Klang eines Ferrari oder Lamborghini. Das ist jedoch meine persönliche Meinung, vergleichen Sie selbst!



Ein klanglicher „Wermutstropfen“ bleibt: So schön der Motorensound ist, die Funktionsklänge wie Bilnker oder Grutwarner blieben im Vergleich relativ farblos, wenn man der Zusammenstellung von Spiegel Online glauben darf (unteres Drittel der Seite).

Die Hupe jedoch tönt im fröhlichen Dur-Akkord. Spaß machen wird dieser Wagen seinen Besitzern ganz sicher, die eins der 500 Exemplare ergattern.

Link: Pressemitteilung von Yamaha

Donnerstag, 19. November 2009


Zeit für eine Vorstellung

Einen guten Abend zusammen,

eine ereignisreiche Woche in der Sound Branding Welt nähert sich dem Ende, da ist es an der Zeit für eine kleine Vorstellung und die Story, wie dieser Blog zu neuem Leben kam.

Mein Name ist Cornelius Stiegler und ich befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema Sound Branding. Als Kommunikationswissenschaftler bekam ich über den Masterstudiengang Sound Studies das erste mal Kontakt zum Feld der "akustischen Kommunikation". Derweil plane ich ein eigenes Forschungsprojekt zum Fachbereich und den kommunikativen Barrieren und Filtern, die zwischen den Auftraggebern und Agenturen von Soundproduktionen herrschen. Denn die Verbalisierung von Sound ist noch immer eine große Herausforderung.

Bei den Recherchen stieß ich auf diesen Blog gegründet und betrieben von Benedikt Köhler, aber seit dem Jahr 2007 verwaist. Ich wollte und will, meine Ideen und Thesen zum Thema Sound Branding insbesondere zum Bereich des Corporate Sound diskutieren und Herr Köhler bot mir an, dem Blog ein wenig neues Leben einzuhauchen.

Das tue ich gern, und werde gleichzeitig versuchen, einige der älteren Beiträge, dort wo es angebracht scheint, einzubinden. Schließlich schlummert hier ein interessantes Archiv. Natürlich können Sie als Leser es auch auf eigene Faust erforschen!

Thematisch beginnen möchte ich mit einer Serie zu den Begriffen in der Sound Branding Branche, denn die dortige Vielfalt kann auch verwirrend wirken. Und schließlich werde ich mich auch der Frage zuwenden, was denn nun ein "Corporate Sound" ist. Eines Vorweg, es ist weder ein Soundlogo noch ist es Musik. Ich freue mich Ihre Kommentare und Anregungen.

Neben einem optischen Facelift werde ich in Zukunft auch die Kategorien, Links und weitere Module des Blogs anpassen. Falls Sie also einen Grafikfehler finden, dürfen Sie ihn gern behalten. Doch seien Sie vorsichtig, Grafikfehler sind sehr pflegebedürftig: sie brauchen viel Sonne, ein bis zwei Streicheleinheiten am Tag und mindestens einmal im Monat einen Screenshot. Wenn Ihnen dies zu aufwändig ist, muss ich von einer Adoption abraten.

Derweil freue ich mich über konstruktive Kommentare und rege Diskussionen. Und falls Sie noch eine Anregung brauchen, dann versuchen Sie doch die im Header dargestellte Wellenform zu entschlüsseln. Für welche Aussage könnte sie wohl stehen?

Die Auflösung gibt es am Ende des Monats.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und immer eine paar db Headroom im Signal!

Samstag, 14. November 2009


Inspiration, Connection, Conclusion and a little Confusion

Der ABA Kongress war ein voller Erfolg. Nach sechs Workshops, reichlich Networking und einer regen Paneldiskussion und einem musikalisch und kulinarisch genussreichen Abschluss kann man dieses Fazit bereits ziehen.

Das erste Mal kamen die (europäischen) Experten der Audio/Acoustic/Sonic/Sound Branding Branche zusammen, um sich auszutauschen und die neusten Entwicklungen der noch jungen Branche zu diskutieren. Neben vielen Übereinstimmungen auf der konzeptionellen und strategischen Ebene trafen dabei natürlich auch die verschiedenen Begrifflichkeiten aufeinander, die sich in den verschiedenen Ländern und Unternehmen entwickelt haben. Doch insgesamt war es beeindruckend zu sehen, welche Kompetenz und Professionalität die Nische mittlerweile akkumuliert hat.

Dieser Kongress lässt hoffen, auf eine spannende Zukunft der Branche und ein spannendes Event, das zum jährlichen Branchentreff avancieren könnte.

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Blogeinträge aus dem Jahr 2007 und früher stammen von Benedikt Köhler.
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